Washington DC { East Coast USA Part III }

Mittwoch, November 20, 2013
"Good things are going to happen..." 

Auch wenn unserer Reise mit jedem Tag besser wurde, wir immer wieder neuen Erlebnissen begegneten und die Vorfreude auf all die noch kommenden Tage nicht abebbte, begleitete uns ein Problem dennoch ganz besonders auf Schritt und Tritt - "The Gouvernment Shutdown"... Örx - was für ein Unwort! Ja wir hätten uns für diese Reise wohl keinen besseren und nervenzerrenderen Zeitpunkt aussuchen können, als diesen. Was uns in Kanada noch nicht sonderlich störte, ließ uns in den USA wirklich wütend werden. Gerade in Capital City Washington DC ist dies alles ziemlich ärgerlich. Sämtliche Museen waren geschlossen, selbst Skulpturengärten, die sich eigentlich unter freiem Himmel befanden, wurden abgesperrt, Wahrzeichen und Monumente waren dicht und wurde überall bewacht. Mich hat es doch sehr gewundert, dass man überhaupt in die Stadt rein durfte und sie nicht komplett unter Verschluss gehalten wurde. Kurz: Alles was staatlich finanziert wurde, war geschlossen.
Selbst wichtige Anlaufpunkte wie das Korean War Veterans Memorial war abgesperrt. Die Sheriffs selbst nahmen ihren Job am frühen Morgen allerdings wohl nicht ganz so ernst und ließen, wie ihr auf dem Foto oben sehen könnt, dann doch einige Leute durch. Allerdings nicht alle - wir gehörten leider nicht mit dazu. Doch wie bescheuert die Aktion insgesamt eigentlich gewesen ist, könnt ihr daran erkennen, dass ich das obere Foto direkt an einer der Absperrung machen konnte. Wir waren nah dran, konnten von weitem vieles erkennen und trotzdem - wir durften nicht näher ran. Den Sinn habe ich leider bis heute nicht verstanden. Wären die Figuren verdeckt gewesen, würde sie nicht sowieso immer an ihrem Platz stehen, würde dieses gesamte Memorial wenigstens einen Eingang haben - dann hätte ich es akzeptiert und für nicht ganz so schwachsinnig empfunden. Aber ok. Ändern konnten wir es nun nicht. Und so blieb uns natürlich leider auch das Lincoln Memorial, mit der riesigen Figur des sitzenden ehemaligen Präsidenten verwährt. 
Trotz allem war Washington wunderschön. Die Stadt wurde künstlich nach Bauplan angelegt. Es ist außerdem auch so geregelt, dass kein einziges Gebäude größer sein darf, als das Capitol. Das führt natürlich nun nach und nach zu erheblichem Platzmangel, wodurch einige Gebäude nun einfach nach unten hin und somit unter der Erde erweitert werden. Die Straßen sind alle sehr sauber und gepflegt, auch die Parkanlagen und Häuser. Allerdings wirkt doch alles sehr gekünstelt und übertrieben perfekt, bis man dann beispielsweise plötzlich nach Chinatown kommt. Hier ist alles voller Obdachloser. In allen Straßen sieht man bettelnde Menschen - sie kommen auf einen zu, sprechen dich an, fragen meist nach irgendwas Essbaren und bleiben dabei aber immer höflich. Es ist schlimm, mit anzusehen, wie dreckig und verwahrlost diese Menschen mitten auf den Gehwegen schlafen müssen und das fein säuberliche Bild der Stadt mit einem Schlag zerstören.

Nachtrag: Für die, die es auch wie "Anon" in den falschen Hals bekommen haben, möchte ich noch einmal deutlich machen, dass die USA sehr daran interessiert ist, das Bild ihre perfekten und wunderschön angelegten Stadt zu erhalten, weshalb man im Bereich der "Mall" auch keine Obdachlosen antreffen wird. Kommt man jedoch in andere Stadtteile (und besonders nach Chinatown hinein) findet man immer mehr Heimatlose auf den Straßen, die dieses von den USA inszenierte Bild dann schlagartig zerstören. Die Obdachlosen selbst sind jedoch alle höflich, halten die Türen auf und machen sogar Komplimente. Wenn ich Essen, Getränke oder auch Kleingeld dabei hatte, habe ich ihnen auch etwas gegeben, was ich für selbstverständlich halte. Andererseits sei jedoch noch gesagt, dass es in den USA so ist, dass niemand auf der Straße leben muss. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, in speziellen Unterkünften zu schlafen und wird dort auch versorgt. Natürlich ist dies mit einer richtigen Heimat nicht zu vergleichen, aber es ist eine Option, die allerdings oft nicht genutzt wird, da der Drogenkonsum dort nicht erlaubt ist, viele aber drogenabhängig sind. Ich hoffe, es ist nun etwas deutlicher geworden, was ich meine und  kann besser nachvollzogen werden. Erschreckend ist die Situation (wie ich bereits erwähnte) allemal und kann und sollte auch nicht "schön geredet" werden. 
Wir sind daher auch schnell wieder in Richtung "The National Mall" gegangen. Entlang dieser Mall kann man vom Lincoln Memorial vorbei am Washington Monument bis hin zum Capitol spazieren und das tolle Wetter genießen. An unserem Tag in Washington dominierten Temperaturen von über 30°C. Wir waren froh, unter den Bäumen der Parkanlagen Schatten zu finden, in denen wir ein leckeres Eis genießen konnten. Nebenbei kann man immer wieder kleine graue Eichhörnchen vorbeihuschen sehen, die flink über die Wiesen flitzen und lustige Kunststückchen vollbringen. Das Washington Monument ist leider seit 2011 gesperrt und wird es auch erst mal bleiben. Nach einem kleinen Erdbeben wurde es leicht beschädigt und muss nun restauriert werden. Das hässliche Baugerüst verdeckt natürlich dieses Wahrzeichen, lässt es aber glücklicherweise dennoch erahnen.
Ein Besuch bei den Obamas durfte natürlich auch nicht fehlen und so machten wir uns auf den Weg zum Weißen Haus. Von weitem kommt es einem sogar recht klein vor und auch mehr oder weniger unscheinbar. Der Garten drumherum ist allerdings riesengroß. Während ich an dem riesigen, verzierten Zaun des Gartens stand, fragte ich mich ernsthaft, ob ich mir so ein Leben überhaupt vorstellen könnte - jeden Tag tummeln sich tausende Menschen vor dem Haus, ein entspannter und ruhiger Lesenachmittag auf der Wiese ist so gut wie undenkbar und jeder Schritt wird von mehreren Kameras bewacht. Ein riesiges Grundstück, das man im Prinzip nie wirklich nutzen kann. Ein goldener Käfig. Und absolut nichts für mich!
Man merkt schnell, dass Washington eine absolute Regierungsstadt ist, in der mehr Schein als Sein herrscht und die einem zur Zeit des Gouvernment Shutdown auch wie ausgestorben erscheint. Sämtliche staatliche Mitarbeiter durften zu Hause bleiben und die Regierungsgebäude waren somit wie leer gefegt. Selbst unser Busfahrer hätte normalerweise gar nicht fahren müssen. Die Reiseleitung hätte auch in ihren eigenen vier Wänden verbringen können, anstatt mit uns Ausflüge zu planen. Aber dennoch ermöglichten sie uns einen traumhaften Urlaub und taten alles, um uns bei Laune zu halten - was sich am Ende auch sichtlich auszahlte, denn nach und nach öffneten im Laufe der Reise immer mehr staatlich Institutionen. Und sowieso waren wir auf dieser Rundreise kleine Glückskinder!
Ein sehr interessantes Ziel in Washington war der Arlington Nationalfriedhof. Er liegt auf einem kleinen Hügel oberhalb Washingtons, so dass man von hier aus auch einen tollen Blick auf das Washington Monument genießen kann. Außerdem befindet sich hier auch die Grabstätte des 35. Präsidenten John F. Kennedy. Für ihn wurde eine John F. Kennedy Eternal Flme eingerichtet. Die Idee zur Ewigen Flamme hatte Kennedys Witwe, die sie dann auch auf der Trauerfeier  ihres Mannes entzündete. Ihr eigenes Grab befindet sich heute direkt neben dem des ehemaligen Präsidenten. Es gibt außerdem ein Grabmal der Unbekannten, wo Soldaten der letzten Kriege beigesetzt wurden. Der Friedhof ist riesengroß und sehr schön angelegt. Um nicht den Überblick zu verlieren, wurde er in Sektionen eingeteilt. 
Ohne die Museumsbesuche und die Erkundung der verschiedenen Gärten kann einem nach nur einem Tag in Washington schon leichte Langeweile aufkommen. Aber gerade auch die Hitze machte den Tag dennoch ziemlich anstrengend. Wer sich zufällig mal in New York oder der näheren Umgebung aufhält, sollte auf jeden Fall auch mal in der Hauptstadt vorbeischauen und bekannte Ziele abklappern. Auch etwas weiter außerhalb gelegene Stadtteile sind tolle Anlaufpunkte und laden zur Erholung ein. Allerdings ist Washingtons Metro auch ziemlich kostenintensiv und die Fahrkartenautomaten ziemlich verwirrend.

Kommentare:

  1. Dieses Hörnchen <3
    Ich war am Samstag auch überall dort... Wie du weißt... ;)

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  2. richtig tolle outfits und du bist so hübsch*_* dein blog ist einfach so perfekt macht einfach spaß ihn anzuschaun:)) man sieht dass du richtig spaß daran hast.
    wir folgen dir, folgst du uns auch? wir würden uns riesig freuen:))
    liebe grüße♥
    http://aneverendingfriendshipveramatea.blogspot.co.at/

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  3. Tolle Bilder! Habt ihr auch die kostenlosen Museen besucht? Das "Museum of Natural History" ist ein super tolles Museum! Ich war noch nie so begeistert von einem Museum gewesen;)
    Liebe Grüße,
    Nadja

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    1. Leider waren die Museen wegen des "Gouvernment Shoutdown" alle geschlossen. Darum konnten wir natürlich nicht ein einziges Museum besuchen. :/

      Liebste Grüße!

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  4. "Hier ist alles voller Obdachloser. In allen Straßen sieht man bettelnde Menschen - sie kommen auf einen zu, sprechen dich an, fragen meist nach irgendwas Essbaren und bleiben dabei aber immer höflich. Es ist schlimm, mit anzusehen, wie dreckig und verwahrlost diese Menschen mitten auf den Gehwegen schlafen und das fein säuberliche Bild der Stadt mit einem Schlag zerstören."

    Erschreckend, wie oberflächlich und abwertend du dich über die Hilfsbedürftigen dieser Gesellschaft äußerst. Wen interessiert das "Bild der Stadt", wenn tausende Menschen kein Zuhause haben und unterversorgt sind? Wirklich armselig von dir.

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    1. Man kann es ja natürlich alles so lesen und verstehen, wie man es möchte und seine Meinung da hinein interpretieren und alles aus dem Zusammenhang reißen. Vielleicht habe ich mich hier allerdings auch nicht ausführlich genug ausgedrückt oder einfach Fakten nicht erwähnt, die ich an anderer Stelle noch einmal ansprechen wollte.

      In Amerika ist es erstens mal so, dass niemand auf der Straße leben muss. Jeder Obdachlose hat die Möglichkeit, eine gesonderte Unterkunft zu besuchen und wird dort auch versorgt. Allerdings müssten sie dort auf den Drogenkonsum verzichten, weshalb sie diese Möglichkeit auch oft nicht nutzen.
      Ich denke außerdem auch nicht, dass ich mich oberflächlich ausgedrückt habe oder es bin - Nur hier an dieser Stelle wird deutlich, wie gekünstelt die Stadt ist, wie kunstvoll angelegt und ausgedacht - in den Bereichen der Mall gibt es keine Obdachlose, wahrscheinlich sind sie dort sogar verboten und werden verjagt (das ist aber nur meine Vermutung). Und dieses übertrieben perfekte Bild wird zerstört - mit anderen Worten... selbst wenn sie es noch so sehr versuchen. sie können es nicht aufrecht halten. In diesem Fall interessiert also nicht mich persönlich das Bild der Stadt, sondern die USA selbst interessiert sich extrem dafür.
      Die Obdachlosen sind (wie ich schon sagte) alle immer freundlich. halten einem sogar die Tür auf. Ich habe auch Geld und Getränke bzw. Essen an sie gegeben, wenn ich denn etwas hatte.

      Ich denke also nicht, dass ich abwertend gesprochen habe - ich habe einfach geschrieben, wie es ist und wie es wirkt. Nur du hast es vielleicht einfach nicht richtig verstanden.

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    2. Ich habe auf deinen Einwand hin nun einen Nachtrag in meinen Text geschrieben, der es vielleicht für alle verständlicher werden lässt.

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    3. Das ist schon wieder so eine oberflächliche und vermessene Aussage:
      "In Amerika ist es erstens mal so, dass niemand auf der Straße leben muss. Jeder Obdachlose hat die Möglichkeit, eine gesonderte Unterkunft zu besuchen und wird dort auch versorgt. Allerdings müssten sie dort auf den Drogenkonsum verzichten, weshalb sie diese Möglichkeit auch oft nicht nutzen."
      Nicht jeder Obdachlose ist auch gleich drogenabhängig. Gerade in Amerika gibt es so so viele Obachlose aus der Mittelschicht, die zu wenig für ein normales Leben verdienen, aber zu viel, um die Unterkünfte nutzen zu können. Das solltest du vielleicht mal bedenken.

      Und natürlich halten sie Türen auf. Sie sind höfliche Menschen, wie jeder andere auch und keine Menschen zweiter Klasse, die sich wie Tiere benehmen.

      Vielelciht solltest du dich einfach etwas mehr mit dem Thema auseinandersetzen.

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    4. Nein, ich muss und werde mich mit diesem Thema nicht weiter auseinandersetzen. Ich werde es einfach nicht mehr erwähnen, wenn dir meine Ausdrucksweise zu oberflächlich erschein. Oder noch besser - du liest einfach auf anderen Blogs weiter.

      Ich helfe gerne und gebe gern ab, wenn ich kann. Aber man kann nun man nicht alle Menschen auf der Welt vor dem Elend retten und ihnen ein zu Hause geben. Wenn du das kannst. Dann freut es mich. Ich kann es jedenfalls bedauerlicher Weise nicht.

      Ich lasse mich von dir hier auch nciht in irgendeine Ecke drängen.
      Ich habe nie gesagt, dass jeder Obdachlose drogenabhängig ist. Und ich kann mir auch vorstellen, dass einige es leid sind, immer wieder in Heimen oder ähnlichem zu schlafen. Und dass sie höflich sind, habe ich bereits selbst erwähnt. Das ist Fakt. Die oberflächlichen Äußerungen über Menschen zweiter Klasse kamen nun von dir. Und daher drehen wir uns meiner Meinung nach im Kreis. Diese Diskussion ist damit für mich beendet.
      Ein schönes Wochenende wünsche ich trotzdem.

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  5. Sind das tolle Bilder, ich wünschte ich könnte da auch mal hinfahren! Wow! Toller Beitrag.

    Liebste Grüße

    Andrea von andysparkles
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  6. Was für tolle Bilder, das sieht traumhaft aus! Leider war ich noch die in den Staaten, aber ich freu mich jetzt schon darauf auf meine erste Reise dahin!

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  7. Ohh klasse! Auch wenns so warm war, war es bestimmt mega toll! Ich würde auch gerne mal so in die Richtung reisen :3

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  8. Wunderschöne Bilder - das erinnert mich an meinen Urlaub diese Jahr. Ich war nämlich auch in den USA (Ostküsten-Rundreise) unterwegs. Wir haben auch zwei Tage im schönen Washington verbracht und ich würde definitiv wieder hingehen. Hat mir super gut gefallen. (Habe ein paar der Bilder auch online gestellt auf meinem Blog..)
    LG Steffi

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